Digitale Pionierarbeit: KI-Chatbot »Ofelia« geht für die Wissenschaft an den Start
Velten ist die erste Kommune im Land Brandenburg, die im Rahmen des Verbundprojekts „InNoWest“ den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung erprobt. Ab sofort unterstützt die neue digitale Assistentin „Ofelia“ auf der Webseite www.velten.de Bürgerinnen und Bürger bei ihren Anliegen – und liefert parallel wertvolle Daten für die Forschung.
Die Vorbereitungen dazu liefen seit Anfang des Jahres 2026, nun nimmt die neue „Mitarbeiterin“ der Stadtverwaltung Velten ihren Dienst auf. Der KI-basierte Chatbot „Ofelia“ beantwortet ab sofort Fragen zu Öffnungszeiten, Formularen oder Zuständigkeiten in Sekundenschnelle. Das Besondere: Ofelia ist Teil eines Forschungsprojekts.
Bürgerinnen und Bürger, Stadtverwaltung und Hochschulen profitieren
Die Einführung des KI-Chatbots erfolgt im Kontext des Projekts „InNoWest“, einem Verbundprojekt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) und der Fachhochschule Potsdam (FHP) in Zusammenarbeit mit der Verwaltung. „Mit dem Projekt untersuchen wir, wie kommunale Chatbots den Zugang zu Verwaltungsleistungen niedrigschwelliger gestalten und gleichzeitig die Verwaltung entlasten können – von der einfacheren Navigation auf der Webseite bis hin zu direkten Bürgerfragen, die rund um die Uhr beantwortet werden können", sagt Dorian Zwanzig von der HNEE. Velten hat nach einem Workshop im Dezember 2025 dazu die Initiative ergriffen, eine von landesweit drei ausgewählten Test-Kommunen bzw. Landkreisen zu werden.
Das Ziel von InNoWest ist es, innovative und nachhaltige KI-Lösungen für den kommunalen Sektor zu entwickeln. Es geht dabei darum, dass digitale Technologien gezielt eingesetzt werden, um die Daseinsvorsorge vor Ort zu stärken. „Velten zeigt als Pilotkommune, dass auch kleinere Städte von diesen Technologien profitieren können – und dass Digitalisierung vor Ort mitgestaltet werden kann“, so Zwanzig. Das verwendete KI-System wurde prototypisch von den Hochschulen entwickelt und wird Velten bis Ende 2026 kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Anwendung unterscheidet sich von anderen Chatbot-Lösungen zum Beispiel dadurch, dass Kommunen ihn selbstständig konfigurieren können und eigene Prioritäten im Antwortverhalten setzen.
Mehr als nur Auskunft geben
Ofelia ist somit weit mehr als eine digitale Suchhilfe. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verfolgen mit dem Pilotbetrieb in Velten mehrere Fragen: Wie intuitiv finden sich die Bürgerinnen und Bürger mit der KI zurecht? Sind die Antworten korrekt und hilfreich? Weiterhin wird der Fokus auf Verwaltungseffizienz gelegt: Führt der Einsatz des Chatbots zu weniger telefonischen oder persönlichen Standardanfragen im Bürgerservice, sodass mehr Kapazitäten für komplexere Anliegen frei werden? Ein zentraler Aspekt von InNoWest ist die Nachhaltigkeit der digitalen Anwendung, zum einen indem Informationen besser verfügbar gemacht und die Verwaltung entlastet wird. Untersucht wird ergänzend auch die ökologische Bilanz, also der Energie- und Ressourcenverbrauch der KI-Infrastruktur im laufenden Betrieb.
Nutzerinnen und Nutzer im Fokus
Die Oberfläche des Chatbots lässt sich den Bedürfnissen der Userinnen und User anpassen: Kontraste und Schriftgrößen können problemlos geändert werden. Das System kann auf Wunsch in mehreren Sprachen kommunizieren und in besonders einfacher und verständlicher Weise antworten.
Für die Nutzerinnen und Nutzer des KI-Chatbots gibt es zudem eine Feedbackfunktion direkt im Chat. Dort können diese mitteilen, ob die Antworten des Chatbots ihnen weitergeholfen haben. Die Sicherheit der Daten hat dabei oberste Priorität: Alle Interaktionen werden streng datenschutzkonform verarbeitet und nur nach Zustimmung für die wissenschaftliche Auswertung an die beteiligten Hochschulen übermittelt.
Chatbot: Von Veltenerinnen und Veltenern getauft
Ihren Namen verdankt die KI übrigens einer lokalen Abstimmung über den WhatsApp-Kanal der Stadtverwaltung: In einem Votum entschieden sich die Veltenerinnen und Veltener für den Namen „Ofelia“, der charmant auf die Tradition der Ofenstadt anspielt. 43 Vorschläge hat die Verwaltung intern erhalten, davon gingen fünf nach einer Jury-Auswahl in die öffentliche Abstimmung – Ofelia konnte sich dabei deutlich von der Konkurrenz absetzen.
Zum Forschungsprojekt
Damit das Hochschulprojekt belastbare Daten auswerten kann, ist die Stadtverwaltung auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. „Mein Tipp: Probieren Sie es einfach mal aus! Testen Sie Ofelia mit Fragen, die Sie typischerweise an die Stadtverwaltung haben. Damit helfen Sie zugleich dabei, den Chatbot besser zu machen. Je mehr Sie mit Ofelia chatten und Feedback geben, desto besser wird sie für uns alle“, sagt Bürgermeisterin Manuela Nebel.
Das Forschungs- und Transferprojekt InNoWest – „einfach machen!“ wird im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ vom 01.01.2023 bis 31.12.2027 gefördert. Weitere Informationen finden Sie unter https://innowest-brandenburg.de.