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36. Errichtung einer Sitzmöglichkeit und Hecken-Sichtschutz an der Kinderstele auf dem Friedhof

Die kürzlich errichtete Kinderstele rechts neben dem Hauptweg zur Kapelle bietet meines Erachtens wenig Raum für individuelles Gedenken, noch einen geschützten Raum für Trauernde. Er wirkt vom Hauptweg aus gesehen eher etwas exponiert und erhöht. Man fühlt sich dort mehr beobachtet als aufgenommen und beschützt. In seiner jetzigen Form ist er nicht sehr einladend für Betroffene, die gerade ihr Kind und damit ihre Hoffnungen, Wünsche und ihre Zukunft verloren haben.
Ich schlage deshalb die Errichtung einer durchgehenden Sitzmöglichkeit vor, die die Rundung der vorhandenen Pflasterung aufnimmt. Dahinter würde eine zirka 1,20 bis 1,40 Meter hohe Hecke Sichtschutz bieten und ein Gefühl von Aufgenommensein, von Umarmung oder sogar Tröstung, von Schutz bieten. Diese Hecke ließe aber trotzdem den Blick von außen auf jene Stele frei, würde nicht abschotten, sondern einladen, in gewisser Weise neugierig machen auf das, was hinter der Hecke verborgen liegt. Die Heckenplanzen dürften dazu durchaus etwas besonderes sein, nicht gleich exotisch, aber vielleicht mit einer besonderen Blattform oder schöner Färbung oder Maserung, mit Blüten, die einen dezenten angenehmen, nicht aufdringlichen, Duft verströmen. Man sollte sich gern in diesen Kreis setzen wollen.
Geöffnet wäre das Rondell in Richtung Süden/Bahnstrecke beziehungsweise mit Blick in die Tiefe des Friedhofs mit seinem alten Bewuchs an Bäumen und Sträuchern, etwas weiter, als der gepflasterte Zugang.  So entstünde ein Raum, der vor Blicken von der Straße oder dem Hauptweg geschützt ist und sich trotzdem nicht vom Leben darum herum entfernt. Günstigerweise würde man den benachbarten Gießkannenständer etwas aus dieser Sichtachse heraus versetzen. Das würde sich dann aus der Peilung von Sitzbank- und Heckenende ergeben.
Die Schaffung der Möglichkeit des individuellen Gedenkens ist etwas schwieriger zu realisieren, ohne die Pflasterung wieder teilweise entfernen zu wollen. Ein stufenförmig ansteigendes Gestell bzw einige Steinstufen,  wären da durchaus denkbar. Diese könnten an ein oder zwei Stellen die Bankreihe unterbrechen, könnten auch am Ende des Bankrondells ihren Platz finden.
Und warum nicht in diesem Zusammenhang einen über Stufen und Steine leise plätschernden kleinen Wasserlauf anlegen. Aus dem Gartenbau gäbe es ja schöne Beispiele dafür. Irgendwo ein Solarpaneel für die Umwälzpumpe? Dieses Bächlein könnte jenen Stufen entspringen und dann doch die Pflasterung unterbrechen, um am Ende zur Stele zu fließen, die ihn, verborgen, zurück an den Anfang des Kreislaufs bringt. Irgendwo dazwischen ein kleines Wasserrad, hier an der Kinderstele? Wasser als Sinnbild des Lebens, des ewigen Kreislaufs von Wachsen und Vergehen, dessen Weg auch durch tiefe dunkle Täler führt, das am Ende aber wieder ans Licht kommt. Man schaut doch gern auf fließendes Wasser und läßt dabei seinen Gedanken freien Lauf. Wäre das nicht ein schönes Bild für jenen Ort?
Ich glaube sehr, daß ein solches Ensemble, genügend geschlossen für betroffene Trauernde, aber auch weit genug geöffnet und "einladend" für alle anderen Friedhofsbesucher oder Trauergesellschaften, sich zu einem gern angenommenen Ort der Ruhe, des Besinnens und Nachsinnens entwickeln wird und ein kleines Schmuckstück auf dem Friedhof wäre.

Der Vorschlag ist gemäß Richtlinie zum Bürgerhaushalt teilweise umsetzbar. An der Gedenkstele kann eine Halbrundbank mit Hecke gepflanzt werden. Die Möglichkeit des Anlegens eines Bachlaufes ist leider nicht gegeben.

Kosten: zirka 6.000 Euro