Unternehmerfrühstück: Mobilität drängendes Thema für ansässige Firmen
Jedes Jahr lädt die Stadtverwaltung Velten zum Unternehmerfrühstück ein. Dieses Mal nutzten Vertreterinnen und Vertreter von rund 20 Veltener Firmen die Gelegenheit, um nicht nur die neue Veltener Bürgermeisterin Manuela Nebel kennenzulernen und sich untereinander zu vernetzen.
Sie informierten sich auf der Veranstaltung im Kommunikationszentrum auch über alternative Energienutzungen mit Wasserstoff sowie Geothermie. Vor allem aber ist das Frühstück stets eine gute Gelegenheit für die Gäste, die Themen zu platzieren, die ihnen unter den Nägeln brennen. So breit der Branchenmix der anwesenden Firmen auch war: Es gibt viele Themen, die alle Veltener Unternehmen gleichermaßen bewegen.
Ich lade Sie herzlich ein, uns als Verwaltung Hinweise zu geben und miteinander im Gespräch zu bleiben. Wir sind für Unternehmen auch Dienstleister.
Bürgermeisterin Manuela Nebel
Großes Thema war die Mobilität, also die Erreichbarkeit der Firmensitze innerhalb der Stadt, aber auch von außerhalb. Vor allem der fehlende S-Bahn-Anschluss nach Velten treibt die Unternehmensvertreter um. Für viele Firmen ist der Anschluss essentiell, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. So äußerte ein Unternehmer, er habe aufgrund der fehlenden S-Bahn-Anbindung nach Berlin bereits pendelnde Arbeitskräfte verloren. Auch wenn Manuela Nebel sich dieses Thema auf die Fahne geschrieben hat und bei Land, Bund und Bahn unbedingt am Ball bleiben will: Die Hoffnung, dass in Velten schnell eine S-Bahn einfährt, musste sie zum Bedauern der Gäste dämpfen: „Unsere aktuellsten Informationen von Seiten des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg sagen, dass der Anschluss Mitte der 2030er-Jahre kommen könnte.“ Das hinzunehmen, fällt der Veltener Unternehmerschaft schwer. So gab es Überlegungen, wie sie sich gemeinsam ganz konkret dafür stark machen könnte, um die Dringlichkeit des S-Bahn-Anschlusses gegenüber der Politik zu verdeutlichen.
Aber auch innerorts gibt es hinsichtlich der Infrastruktur noch Luft nach oben. So wurden die Busanbindungen zu den Gewerbestandorten in den Businessparks diskutiert. Seit im September 2025 der Takt der Buslinie 807 zwischen Velten und Hennigsdorf verdichtet wurde, sind zwar die Betriebe an der Busstrecke in den Gewerbegebieten besser erreichbar. Doch ob diese Taktung alle halbe Stunde auch dauerhaft erhalten bleiben kann, müssen die Fahrgastzahlen in den kommenden anderthalb Jahren zeigen. Noch ist jedenfalls nichts in trockenen Tüchern: „Werben Sie unbedingt unter Ihren Mitarbeitenden für den Bus“, betonte Veltens Wirtschaftsförderin Susanne Zamecki.
In der aktuellen zweijährigen Testphase haben die Städte Hennigsdorf und Velten die Kosten in Höhe von 150.000 Euro pro Jahr und Stadt übernommen. Erst wenn sich die Strecke auch für die Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG) rentiert, würde diese die weiteren Kosten übernehmen. Zudem kam aus der Unternehmerschaft der Wunsch, auch die Kanalstraße angesichts vieler Neuansiedlungen von Firmen an den öffentlichen Nahverkehr anzuschließen.