Mädchen und Jungen zu Schulsanitäterinnen und -sanitätern ausgebildet
Seit dem Beginn des neuen Schuljahres gehören sie auf den Veltener Grundschulhöfen fest zum Pausenbild dazu: die jungen Schulsanitäter. Mit Warnweste mit einem großen roten Rucksack ausgestattet, der prall gefüllt ist mit Verbandsmaterial, haben die Kinder nun ein wachsames Auge auf ihre Schulkameradinnen und -kameraden.
An der Löwenzahn Grundschule sind es Fünft- und Sechstklässler, an der Linden-Grundschule Viert- bis Sechstklässler, die den Sanitätsdienst übernehmen.
Die Schulsozialarbeiterinnen Marisa Müller (Löwenzahn Grundschule) und Vanessa Schröder (Linden-Grundschule) haben dafür in den Sommerferien in zweitägigen Workshops Mädchen und Jungen zu Nachwuchssanitätern ausgebildet. Ein Pflaster am Knie, eine dicke Binde am Ellenbogen, ein Verband um den Kopf und dennoch gute Laune dabei: So sah es Mitte August bei den Kursen an den beiden Grundschulen aus. Klar, dass jedes Kind einmal zum Üben in die Rolle der verletzten Person schlüpfen durfte. Und so tobten überall fröhliche Viert- bis Sechstklässler umher, die mit Verbänden regelrecht „zugepflastert“ waren. Marisa Müller und Vanessa Schröder, die beide über das Deutsche Rote Kreuz an den Schulen angestellt sind, freute die gute Stimmung und vor allem das große Interesse ihrer Schützlinge. Das Projekt wird mit Mitteln des Landkreises Oberhavel zur Förderung von Demokratie und Toleranz unterstützt.
Jeweils zwei der ausgebildeten Kinder übernehmen nun nach festen Dienstplänen in den Hofpausen die Erstversorgung von kleineren Blessuren und fragen: „Wo tut’s denn weh?“. Die ersten Einsätze hatten sie tatsächlich gleich am ersten Schultag. Dank ihren erlernten Erste-Hilfe-Grundkenntnissen können sie Pflaster für Fingerkuppen und Ellenbogen genauso wie Kopfverbände fachmännisch anlegen oder die stabile Seitenlage umsetzen. Auch Kühlakkus für Insektenstiche und Stoßverletzungen und sogar ein Tröste-Teddy gehören zu ihrer Ausrüstung dazu. Bei ernsteren Verletzungen wie Kopfwunden ist natürlich klar: Ein Sanitäter bleibt bei dem jungen Patienten, der andere informiert schnell die Lehrkräfte. Damit auch alle anderen Schüler wissen, wer ihnen in einer Notsituation helfen kann, hängen im Schulhaus Fotos der Schulsanitäter.
Bei einigen der Schulsanitäter-Kinder, die sich alle freiwillig dafür gemeldet haben, hat das Interesse sogar schon einen handfesten beruflichen Hintergrund: „Ich liebe es, Menschen zu helfen und möchte einmal Sanitäter werden“, war etwa häufiger von den Löwenzahn-Schülerinnen und -schülern zu hören. Andere Kinder sind im Minilöschzug der Veltener Feuerwehr aktiv und somit schon richtige kleine Profis bei der Versorgung von Wunden. Alle Schulsanitäter aber bringen eine Eigenschaft mit, die neben dem fachlichen Wissen unbedingte Voraussetzung ist: eine große Portion Hilfsbereitschaft.