Löwenzahn Grundschule – Abschied von Schulleiterin Astrid Beck nach 26 Jahren
Die Überraschung war auf ganzer Linie geglückt: Als Astrid Beck am Montag, 23. Juli 2025, nichtahnend in die Turnhalle ihrer Löwenzahn Grundschule in Velten Süd gerufen wurde, wurde sie von 324 lautstark applaudierenden Kindern und ihrem gesamten Kollegium empfangen.
Sie alle hatten gemeinsam heimlich ein wunderbares und sehr emotionales kleines Fest für ihre Schulleiterin organisiert. Sogar ein eigenes Lied hatten die Mädchen und Jungen für die sichtlich ergriffene Astrid Beck einstudiert. Und auch die Schulrätin Sylvia Albroscheit und Bürgermeisterin Ines Hübner sowie Mitglieder vom Förderverein waren unter den Gästen. Denn am heutigen Mittwoch zum Ferienstart wird Astrid Beck ein allerletztes Mal ihr Büro in Velten Süd abschließen. Sie geht nach 41 im Schuldienst und 26 Jahren als Schulleiterin in Velten Süd in den Ruhestand. Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner sagte am heutigen Mittwoch in einer weiteren kleineren Abschiedsrunde: „Im Namen der Stadt Velten – und auch ganz persönlich – danke ich Ihnen, liebe Frau Beck, für Ihr Engagement, Ihre Ausdauer und Ihr Herzblut für all die vielen Schulkinder und dieses Haus.“
Zu ihrer Überraschungsabschiedsfeier wurde ihr ein geschmückter Thron auf der Bühne bereitgestellt und ihr langjähriger stellvertretender Schulleiter und Weggefährte Jörg Garske ließ ihre Zeit an der Schule Revue passieren:
Sie hat in einer prägenden Ära diese Schule geleitet. Rund 1.300 Einschüler hat Astrid Beck kommen sehen. Wir sprechen hier also von Generationen, die unter ihrer Führung eingeschult worden sind.
stellvertretender Schulleiter Jörg Garske
Astrid Beck arbeitete nach dem Studium zunächst vier Jahre lang in Hennigsdorf an der Polytechnischen Oberschule. Auf eigenen Wunsch wechselte sie dann 1988 als Geschichts- und Geographielehrerin an die erst drei Jahre zuvor erbaute Oberschule nach Velten Süd. Doch mit der politischen Wende nur ein Jahr später veränderte sich die Schulwelt enorm und mit ihr auch Astrid Becks berufliche Laufbahn. Sie übernahm nach und nach mehr Leitungsaufgaben und erlebte mit, wie die Oberschule zur Grundschule umstrukturiert wurde. Zugleich zogen viele Menschen aus dem einst angesehenen, nun aber als sozialer Brennpunkt geltenden Plattenbaugebiet weg. In den Wohnblöcken rund um die Schule mitten im Quartier herrschte Leerstand und damit folglich auch bald in der Schule. Die einst fünfzügige Einrichtung schrumpfte bis auf die Einzügigkeit zusammen.
Dennoch entschied sich Astrid Beck, die heute im Havelland zu Hause ist, 1999 für die Leitung genau dieser Schule. „Zu DDR-Zeiten musste ich ausführen, was andere vorgaben. Ich aber wollte selbst die Richtung vorgeben“, erinnert sie sich. Die Herausforderungen, die mit dem Schulstandort einhergingen, ist sie stets pragmatisch und mit einer ihr eigenen besonderen Sturheit zum Wohle ihrer Schule angegangen. „Einstellen auf die besondere Situation. Nach Wegen suchen. Fertig.“, so das Motto der Weltmeisterin im Friedfischangeln von 1994. Sie setzte sich für das Ganztagsmodell genauso wie für den neuen Namen „Löwenzahn Grundschule“, die Digitalisierung und für ihr Herzensprojekt – die Zirkuswoche –, ein. „Du warst und bist für die Löwenzähne unermüdlich im Einsatz“, dankte ihr Jörg Garske. Und auch Schulrätin Sylvia Albroscheit fand lobende Worte:
Sie ist eine sehr kompetente, zuverlässige, klare, aber auch einfühlsame Persönlichkeit, die immer den Blick für das große Ganze hat.
Schulrätin Sylvia Albroscheit
Denn Astrid Becks Weg hat sich ausgezahlt. Heute stimmen sowohl die Schülerzahlen als auch der Ruf der Schule wieder. Ein großer moderner Anbau wurde 2024 eröffnet, um allen Kindern der dreizügigen Ganztagsschule optimale Lernbedingungen bieten zu können. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir sind eine gute Schule. Und ich habe etwas dazu beigetragen. Ich kann beruhigt gehen, auch weil ich die Schule bei meiner Nachfolgerin Vanessa Sturzbecher in guten Händen weiß“, schaut Astrid Beck zufrieden auf ihr berufliches Lebenswerk. Ihren neuen Lebensabschnitt will sie nun ihren Hobbys wie dem Angeln, Reisen, Lesen und ihrem Garten widmen. „Es ist einfach gut jetzt“, ist sie überzeugt, dass es der richtige Schritt ist, mit 63 Lebensjahren den Staffelstab an die jüngere Generation – in persona an die bisherige „Löwenzahn“-Lehrerin Vanessa Sturzbecher – weiterzugeben. Und angesichts des herzerwärmenden Abschiedes, den ihr ihre vielen Löwenzähne bereiteten, musste Astrid Beck am Montag mit Tränen vor Rührung und Dank in den Augen doch auch tatsächlich einmal eingestehen: „Ich habe keine Worte mehr!“